Kurz gesagt
- Gute Einsatzfelder: Belege sortieren und zuordnen, fehlende Unterlagen erkennen, Mandantenanfragen vorbereiten, Fristen überwachen, Entwürfe für Schreiben. Die fachliche Beurteilung bleibt bei der Steuerberaterin oder dem Steuerberater.
- Voraussetzungen sind Verschwiegenheit und Datenschutz: Vertrag zur Auftragsverarbeitung, Server in der EU, Zugriffsrechte und eine klare KI‑Richtlinie.
- Werbung muss sachlich informieren. In Deutschland ist sie nur erlaubt, soweit sie nicht auf einen Auftrag im Einzelfall gerichtet ist (§ 57a StBerG).
- Für die Sichtbarkeit zählen eigene Seiten je Leistung, gepflegte Profile, echte Bewertungen und strukturierte Daten.
Wo KI in der Kanzlei Zeit spart
Die Beispiele sind typische Abläufe, keine Kundenprojekte. In jedem bereitet die KI vor, und eine Fachkraft prüft.
- Belegeingang: Belege per E‑Mail oder Portal lesen, dem Mandanten zuordnen und Buchungsvorschläge machen. Mehr im Beitrag Belegerkennung und Kontierung mit KI.
- Fehlende Unterlagen: Der Eingang wird mit der Checkliste je Mandant abgeglichen, die Erinnerung entsteht als Entwurf.
- Mandantenanfragen: E‑Mails werden nach Dringlichkeit und Thema eingeordnet, der Antwortentwurf verweist auf die vorhandenen Unterlagen. Mehr unter Kundenanfragen automatisieren.
- Fristen: Bescheide werden gelesen, Fristen als Aufgaben angelegt und der Fachkraft zur Prüfung vorgelegt.
- Gesprächsnotizen: Aus Besprechungen entstehen Zusammenfassungen und Aufgaben, siehe Protokolle mit KI erstellen.
- Wissenssuche: Merkblätter, Rundschreiben und interne Vorlagen werden durchsuchbar, siehe KI mit eigenen Firmendaten.
Nicht an die KI gehören die steuerliche Beurteilung, die Verantwortung für Erklärungen und Beratung im Einzelfall. Sie bleiben bei Ihnen.
Berufsrecht und Datenschutz
Steuerberatung unterliegt dem Berufsgeheimnis. Das gilt auch für Dienste, an die Sie Daten weitergeben.
| Land | Grundlage | Was gilt im Kern |
|---|---|---|
| Deutschland | § 57 StBerG und § 57a StBerG | Verschwiegenheit über alles, was in Ausübung des Berufs bekannt geworden ist, und Verzicht auf berufswidrige Werbung. Werbung ist nur erlaubt, soweit sie über die berufliche Tätigkeit in Form und Inhalt sachlich unterrichtet und nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist |
| Österreich | § 80 WTBG 2017 und § 72 WTBG 2017 | Berufsberechtigte müssen über die ihnen anvertrauten Angelegenheiten schweigen, auch wenn die Umstände anderen zugänglich sind. Die Kammer erlässt Richtlinien zur Berufsausübung, darunter zum standesgemäßen Verhalten. Prüfen Sie dort, was für Ihre Werbung gilt |
In anderen Ländern gelten eigene Berufsordnungen. Fragen Sie im Zweifel Ihre Kammer. Für den Einsatz von KI heißt das: Geben Sie keine Mandantendaten in private oder öffentliche Konten ein, schließen Sie mit dem Anbieter einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO), wählen Sie Server in der EU und verpflichten Sie Mitarbeitende auf die KI‑Richtlinie. Wie Copilot und ChatGPT sich hier unterscheiden, zeigt der Beitrag Copilot oder ChatGPT im Unternehmen. Diese Übersicht ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Berufsrechtliche Fragen klären Sie mit Ihrer Kammer.
SEO für Steuerberater: So werden Kanzleien in Google und KI‑Assistenten gefunden
- Eine Seite je Leistung: Jahresabschluss, Lohnverrechnung, Gründung, Steuererklärung für Privatpersonen. Jede Seite sagt, für wen die Leistung ist, wie sie abläuft und welche Unterlagen nötig sind. Klar gegliederte Seiten lassen sich leichter zitieren.
- Gepflegte Profile: Google-Unternehmensprofil und Verzeichnisse. Mehr dazu bei Google-Unternehmensprofil optimieren und Erwähnungen und Verzeichnisse.
- Strukturierte Daten: Schema.org kennt mit
AccountingServiceeinen eigenen Typ für Buchhaltungs- und Steuerbüros. Dort gehören Name, Adresse, Leistungen und Öffnungszeiten hinein, siehe Schema Markup. - Echte Bewertungen: ohne Details zum Mandat, denn die Verschwiegenheit gilt auch in Antworten.
- Sachlich bleiben: keine Erfolgsversprechen, keine Vergleiche mit anderen Kanzleien.
So starten Sie
- Eine Aufgabe wählen: meist Belegeingang oder Mandantenanfragen.
- Datenschutz und Berufsrecht klären: Vertrag zur Auftragsverarbeitung, Server in der EU, Zugriffsrechte, Verschwiegenheit der Mitarbeitenden.
- Regeln festlegen: Was darf die KI vorbereiten, was nie? Wer prüft?
- Parallel testen: Die KI arbeitet neben dem bisherigen Ablauf, Abweichungen werden gezählt.
- Sichtbarkeit angehen: Leistungsseiten und Profile überarbeiten, danach mit dem Check messen, ob KI‑Assistenten Ihre Kanzlei nennen.
Quellen
- Deutschland: § 57 StBerG und § 57a StBerG
- Österreich: § 80 WTBG 2017 und § 72 WTBG 2017
- Verordnung (EU) 2016/679 (Datenschutz-Grundverordnung), Art. 28: EUR-Lex
- Schema.org: AccountingService