Kurz gesagt
- Beide Werkzeuge sind für Unternehmen gedacht. Laut Herstellerangaben werden Geschäftsdaten standardmäßig nicht zum Training der Modelle verwendet.
- Microsoft Copilot (früher Microsoft 365 Copilot) arbeitet in den Microsoft-Programmen und greift auf Inhalte zu, die der jeweilige Nutzer ohnehin sehen darf.
- ChatGPT Business und Enterprise sind eigene Arbeitsbereiche mit Administration, Anmeldung per SAML SSO und Anbindung verbundener Apps.
- Für feste Abläufe mit Ihren Systemen reicht ein Chat-Assistent nicht aus. Dafür kommen Automatisierung und Agenten hinzu.
Die Unterschiede im Überblick
Die Angaben stammen aus der Dokumentation der Hersteller (Stand Oktober 2026). Funktionen und Namen ändern sich schnell, prüfen Sie vor der Entscheidung die aktuelle Fassung.
| Frage | Microsoft Copilot | ChatGPT Business und Enterprise |
|---|---|---|
| Wo arbeiten die Nutzer? | In den Microsoft-365-Programmen wie Word, Excel, Outlook und Teams sowie im Copilot-Chat | In einem eigenen Arbeitsbereich für das Team |
| Welche Daten kennt es? | Inhalte in Microsoft 365 wie E‑Mails, Chats, Dokumente und Kalender, soweit der Nutzer Zugriff hat | Was Nutzer eingeben und hochladen sowie Daten aus verbundenen Apps, unter Beachtung der bestehenden Berechtigungen |
| Berechtigungen | Übernimmt die Berechtigungen aus Microsoft 365 | Administratoren steuern Zugriff und Funktionen, Anmeldung per SAML SSO |
| Datenschutz laut Hersteller | Prompts, Antworten und Daten aus Microsoft Graph trainieren keine Basismodelle. DSGVO-Zusagen und EU Data Boundary | Kein Training mit Geschäftsdaten ohne Zustimmung. Vertrag zur Auftragsverarbeitung möglich. Speicherung in Europa für neue Enterprise-Arbeitsbereiche |
| Verwaltung | Microsoft 365 Admin Center, Purview für Aufbewahrung und Suche | Administration im Arbeitsbereich, Protokolle der Gespräche über die Compliance API in Enterprise |
| Erweiterung | Agenten und Konnektoren, die Administratoren freigeben | Apps und eigene GPTs im Arbeitsbereich, von Administratoren steuerbar |
Worauf es in der Praxis ankommt
- Berechtigungen aufräumen: Copilot zeigt nur Inhalte, auf die Nutzer Zugriff haben. Microsoft weist selbst darauf hin, dass dafür die Berechtigungen etwa in SharePoint stimmen müssen. Sind sie zu großzügig, findet Copilot auch, was nicht für alle gedacht war.
- Datenstandort genau prüfen: Microsoft nennt für Copilot die EU Data Boundary, nimmt aber Modelle von Anthropic derzeit davon aus. OpenAI bietet Datenspeicherung in Europa für neue Enterprise-Arbeitsbereiche. Klären Sie Standort, Speicherdauer und Unterauftragsverarbeiter.
- Erweiterungen prüfen: Jede verbundene App und jeder Agent greift auf Daten zu. Bei Microsoft wie bei OpenAI bestimmen Administratoren, welche Erweiterungen erlaubt sind. Microsoft rät, Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen eines Agenten zu prüfen, bevor er Firmendaten sieht.
- Kosten realistisch planen: Prüfen Sie Lizenzmodell und Preise beim Hersteller und kalkulieren Sie nur Nutzerinnen und Nutzer ein, die das Werkzeug wirklich brauchen.
- Regeln festlegen: Eine KI‑Richtlinie sagt, welche Daten in welches Werkzeug dürfen und dass private Konten für Firmendaten tabu sind. Für den Umgang im Team gilt die Pflicht zur KI‑Kompetenz.
Wann welches Werkzeug passt
- Microsoft Copilot: Ihr Unternehmen nutzt Microsoft 365 durchgängig, Dokumente liegen in SharePoint und OneDrive, Outlook und Teams bestimmen den Alltag.
- ChatGPT Business oder Enterprise: Ihr Team arbeitet viel mit Texten, Recherche und Analyse, ohne an ein Büropaket gebunden zu sein, oder Sie wollen verschiedene Quellen verbinden. Wie die Einführung gelingt, steht im Beitrag ChatGPT im Unternehmen einführen.
- Beides: Das kommt vor, etwa Copilot für die Arbeit in Microsoft-Dokumenten und ChatGPT für Recherche. Dann braucht es klare Regeln, welche Daten wohin dürfen. Nutzen Sie Google Workspace, prüfen Sie nach demselben Raster den Assistenten Gemini.
Wo ein Chat-Assistent an Grenzen stößt
Ein Assistent hilft bei offenen Aufgaben: Texte entwerfen, Dokumente zusammenfassen, Fragen zu Unterlagen beantworten. Er verarbeitet aber keine Vorgänge von selbst. Wenn jede eingehende Anfrage geprüft, ein Angebot vorbereitet oder eine Rechnung abgeglichen werden soll, ist ein fester Ablauf zuverlässiger, günstiger je Vorgang und besser kontrollierbar. Dort setzen unsere KI‑Automatisierung und KI‑Agenten an: Sie arbeiten mit Ihren Systemen, nicht neben ihnen. Als KI‑Agentur bauen wir solche Abläufe für Unternehmen in der ganzen EU.
So entscheiden Sie mit einem Pilot
- Aufgaben sammeln: Welche fünf Aufgaben je Team kosten heute am meisten Zeit?
- Datenlage klären: Wo liegen die Dokumente, und wer darf was sehen?
- Pilotgruppe wählen: eine kleine Gruppe aus verschiedenen Abteilungen, mit klaren Regeln.
- Messen: Zeitersparnis, Qualität in Stichproben, tatsächliche Nutzung.
- Entscheiden: Lizenzen für die Gruppen, die profitieren, und Regeln für alle veröffentlichen.
- Regelmäßig prüfen: Modelle und Funktionen ändern sich schnell. Überprüfen Sie die Entscheidung halbjährlich.
Quellen
- Microsoft: Data, Privacy, and Security for Microsoft Copilot, Stand Oktober 2026
- OpenAI: Enterprise privacy at OpenAI, Stand 8. Januar 2026
- OpenAI: Introducing data residency in Europe, 5. Februar 2025, Ergänzung vom 16. Januar 2026
- Verordnung (EU) 2016/679 (Datenschutz-Grundverordnung), Art. 28: EUR-Lex