Kurz gesagt
- Die Basis für Sichtbarkeit sind vollständige, einheitliche Produktdaten in Shop, strukturierten Daten und Produktfeed: Titel, Beschreibung, Preis, Verfügbarkeit, Marke und GTIN.
- Das Standardformat für Produktfeeds von OpenAI zielt laut Spezifikation derzeit auf die USA. In Europa ist Google Merchant Center der etablierte Weg. Saubere Daten nützen beiden.
- EU-Pflichten: Online-Angebote brauchen Herstellerangaben und Warnhinweise (Art. 19 GPSR). Bei Preissenkungen ist der niedrigste Preis der letzten 30 Tage anzugeben.
- Automatisieren lassen sich Statusfragen, Retouren, Feed-Prüfung und Entwürfe für Produkttexte, mit Freigabe bei Erstattungen und rechtlich relevanten Angaben.
SEO für Onlineshops: Was Produktdaten leisten müssen
Suchmaschinen, Preisvergleiche und KI‑Assistenten lesen dieselben Grunddaten. Je vollständiger und einheitlicher sie sind, desto besser.
| Datenfeld | Warum es zählt | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Titel, Beschreibung, Bild | Pflichtfelder bei Google und OpenAI und das Erste, was Kunden und KI sehen | Eindeutig und sachlich, jede Variante mit eigener ID |
| Preis und Verfügbarkeit | Pflichtfelder in beiden Spezifikationen, müssen mit der Seite übereinstimmen | Feed und Shop aus einer Quelle speisen, tagesaktuell |
| Marke und GTIN | Google verlangt die Marke bei neuen Produkten und empfiehlt die GTIN dringend. Die MPN genügt nur, wenn es keine GTIN gibt | Nur Kennungen angeben, deren Richtigkeit feststeht |
| Herstellerangaben und Warnhinweise | Art. 19 GPSR: Name und Kontaktdaten des Herstellers, Produktkennung samt Bild, Warnhinweise | In jedem Online-Angebot deutlich sichtbar |
| Preissenkungen | Art. 6a Preisangabenrichtlinie: Als früherer Preis gilt der niedrigste Preis der letzten 30 Tage | Preisverlauf speichern und die Angabe daraus ableiten |
Strukturierte Daten und Feeds
Google unterscheidet zwei Ausspielwege. Produkt-Snippets passen für Seiten, auf denen man nicht direkt kaufen kann. Händlereinträge (Merchant Listings) sind für Seiten gedacht, auf denen Kunden kaufen können, und unterstützen Angaben wie Versand und Rückgabe. Beides setzt Produktdaten im Markup der Seite voraus, siehe Schema Markup. Dazu kommt der Produktfeed im Google Merchant Center.
OpenAI beschreibt für ChatGPT ein eigenes Feed-Format. Jede Zeile ist ein kaufbarer Artikel oder eine Variante, neun Felder sind Pflicht, darunter ID, Titel, Beschreibung, Marke, Händlername, Bild, Verfügbarkeit und Preis. Das Standardformat zielt laut Spezifikation derzeit auf die USA, weitere Märkte erst nach Bestätigung durch OpenAI. Für Europa lohnt es sich daher, zuerst die Datenbasis für Google sauber aufzubauen. Sie lässt sich später für weitere Kanäle nutzen.
Wo Automatisierung im Shop hilft
Die Beispiele sind typische Abläufe, keine Kundenprojekte.
- Statusfragen und Retouren: Die KI schaut im Shop und beim Paketdienst nach, antwortet und legt den Retourenschein an. Erstattungen über einem festen Betrag und Sonderfälle gehen an Menschen. Mehr bei Kundenanfragen automatisieren.
- Feed-Prüfung: Täglich werden fehlende Kennungen, Preisabweichungen zwischen Shop und Feed sowie kaputte Bildlinks gesucht und gemeldet.
- Produkttexte: Aus den Herstellerdaten entstehen Entwürfe. Ein Mensch gibt sie frei, Pflichtangaben werden ergänzt.
- Bewertungen: Antwortentwürfe und eine Auswertung wiederkehrender Kritik.
- Beratung im Shop: Ein Chatbot beantwortet Fragen aus den eigenen Produktdaten, siehe Chatbot für die Website.
So werden Shops gefunden: Google und KI‑Assistenten
- Beratung statt Text-Wiederholung: Kategorieseiten mit Kaufberatung, Vergleichen und Pflegehinweisen beantworten die Fragen, die Kunden tatsächlich stellen.
- Echte Bewertungen: sichtbar, nicht gekauft, mit sachlichen Antworten.
- Klare Versand- und Rückgabeinformationen: eigene Seiten und im Markup der Angebote.
- Crawler nicht aussperren: Prüfen Sie, ob Ihre robots.txt KI‑Crawler versehentlich blockiert, siehe KI‑Crawler und robots.txt.
- Messen: Stellen Sie Fragen wie „Wo kaufe ich …“ und „Welcher Shop für …“ und prüfen Sie, wer genannt wird.
Beim Chatbot im Shop gilt der KI‑Hinweis nach Art. 50 der KI‑Verordnung, bei Kundendaten der Datenschutz mit Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Diese Übersicht ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
So starten Sie
- Datenbestand prüfen: eine Stichprobe von Produkten, was fehlt bei Kennungen, Marken, Bildern?
- Pflichtangaben ergänzen: Herstellerangaben, Warnhinweise, Preisverlauf.
- Eine Quelle für alles: Shop, Markup und Feed werden aus denselben Daten erzeugt.
- Eine Automatisierung wählen: meist Statusfragen oder Retouren.
- Messen: Anfragen pro Tag, Antwortzeit, Anteil der gelösten Fälle und die Nennung in KI‑Assistenten.
Quellen
- Google: Product structured data
- Google Merchant Center: Product data specification
- OpenAI: Feed Reference für Produkte
- Verordnung (EU) 2023/988 über die allgemeine Produktsicherheit, Art. 19: EUR-Lex
- Richtlinie 98/6/EG (Preisangaben), Art. 6a, eingefügt durch die Richtlinie (EU) 2019/2161: EUR-Lex
- Verordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz, Art. 50: EUR-Lex