Kurz gesagt
- Gäste suchen nach Anlass, Ausstattung und Ort. Wer diese Angaben klar und als Text zeigt, kommt für viel mehr Fragen in Frage.
- Speisekarte, Zimmer, Preise und Öffnungszeiten nur als PDF oder Bild sind für Suchmaschinen und KI schwer lesbar.
- Google-Unternehmensprofil, Buchungs- und Bewertungsportale, Führer und die Seiten des Tourismusverbands sind die Quellen, auf die sich KI‑Antworten stützen.
- Wer Bewertungen auf der eigenen Website zeigt, muss nach EU-Recht angeben, ob und wie er prüft, dass sie von echten Gästen stammen.
Wie Gäste heute suchen
Die Suche beginnt selten mit dem Namen eines Hauses. Gesucht wird nach dem Anlass: „Hotel mit Hund am See Kärnten“, „Restaurant mit Terrasse Wien 1070“, „vegetarisch essen Innsbruck Altstadt“. Im Chat wird daraus eine ganze Frage: „Welches Hotel in Tirol ist ruhig, hat einen Wellnessbereich und eignet sich für ein langes Wochenende zu zweit?“.
KI‑Systeme antworten darauf mit wenigen Häusern und begründen die Auswahl, oft mit Bewertungen und Ausstattung. Herangezogen werden das Google-Unternehmensprofil, Buchungs- und Bewertungsportale, Restaurant- und Hotelführer, die Seiten von Tourismusverbänden, lokale Medien und Reiseblogs. Die eigene Website ist eine Quelle unter vielen, aber die einzige, die Sie vollständig selbst gestalten. Für Ketten und Häuser mit Gästen aus mehreren Ländern kommt hinzu, dass KI‑Systeme in jeder Sprache andere Quellen heranziehen können.
Die Grundlagen auf der Website
- Anlässe beschreiben: Wellness, Familien, Hund, Seminare, Hochzeiten, Geschäftsessen. Für jeden wichtigen Anlass ein Abschnitt oder eine eigene Seite mit konkreten Angaben.
- Ausstattung als Text: Zimmergrößen, Barrierefreiheit, Parkplätze, Ladestationen, Terrasse, Plätze für Gruppen, Allergene und Ernährungsformen.
- Speisekarte und Preise als HTML: Ein PDF zusätzlich ist in Ordnung, die wichtigsten Gerichte und Preise sollten aber als Text auf der Seite stehen.
- Öffnungszeiten und Saison pflegen: Ruhetage, Betriebsurlaub, Saisonzeiten und Feiertage überall gleich und aktuell.
- Mehrsprachig: Gäste aus dem Ausland fragen in ihrer Sprache. Übersetzte Seiten mit sauberer Sprachverknüpfung helfen Google und KI‑Systemen, die richtige Fassung zu zeigen.
- Strukturdaten ergänzen: Die Schema.org-Typen Hotel und Restaurant beschreiben Adresse, Öffnungszeiten, Küche, Reservierung und Speisekarte maschinenlesbar.
Profil, Portale und Buchungslinks
Das Google-Unternehmensprofil ist für Hotels und Restaurants die wichtigste Einzelquelle. Pflegen Sie Kategorie, Attribute wie Terrasse oder Hunde erlaubt, Fotos, Speisekarte, Reservierungslink und Fragen und Antworten. Hotels können über das Google Hotel Center oder ihr Unternehmensprofil kostenlose Buchungslinks nutzen. Google rankt diese Links nach eigenen Angaben nach Nutzen für den Gast, Zahlungen spielen dafür keine Rolle.
Daneben zählen die Portale, auf denen Ihre Gäste buchen und bewerten, Restaurant- und Hotelführer sowie die Seiten des Tourismusverbands. Prüfen Sie dort Namen, Adresse, Ausstattung und Fotos. Widersprüche, etwa ein alter Ruhetag auf einem Portal, landen sonst direkt in KI‑Antworten.
Bewertungen: was das Recht verlangt
Bewertungen entscheiden im Gastgewerbe oft über die Buchung. Seit der Modernisierung des EU-Verbraucherrechts gelten klare Regeln:
- Prüfhinweis auf der eigenen Website: Wer Gästebewertungen zeigt, muss angeben, ob und wie er sicherstellt, dass sie von Gästen stammen, die tatsächlich bei ihm waren.
- Keine gefälschten oder gekauften Bewertungen: Sie sind in der EU ausdrücklich verboten, im Vereinigten Königreich seit April 2025 ebenfalls ausdrücklich.
- Keine Gegenleistung: Google entfernt Bewertungen, für die Rabatte, Getränke oder andere Vorteile angeboten wurden.
- Antworten: Auf jede Bewertung kurz und persönlich antworten, bei Kritik sachlich bleiben und eine Lösung anbieten.
Häufige Fehler
- Speisekarte nur als Foto: Gäste mit Allergien und KI‑Systeme finden die Information nicht.
- Buchung nur über ein eingebettetes Fremdsystem: Zimmerarten und Preise stehen dann oft nirgends als Text auf Ihrer Website.
- Veraltete Saisonzeiten: Ein geschlossenes Haus, das in KI‑Antworten als geöffnet gilt, kostet Vertrauen.
- Bildstrecken ohne Text: Schöne Fotos ohne Beschreibung sagen Maschinen nichts über Ausstattung und Lage.
- Nur eine Sprache: Gäste aus dem Ausland fragen KI‑Systeme in ihrer Sprache. Fehlen übersetzte Seiten, stützen sich die Antworten eher auf Portale als auf Ihre eigenen Angaben.
Wo KI im Betrieb entlastet
Mehr Sichtbarkeit bringt mehr Anfragen, oft in mehreren Sprachen und außerhalb der Bürozeiten. KI kann Anfragen zu Verfügbarkeit, Gruppen und Veranstaltungen vorsortieren, Antworten in der Sprache des Gastes entwerfen und Bewertungsantworten vorbereiten, die Ihr Team prüft und freigibt. Wie das funktioniert, zeigt unser Beitrag zu Kundenanfragen mit KI.
Quellen
- Google Hotel Center-Hilfe: Kostenlose Buchungslinks für Hotels
- Google: Richtlinien zu verbotenen und eingeschränkten Inhalten bei Maps
- Richtlinie 2005/29/EG über unlautere Geschäftspraktiken, Art. 7 Abs. 6 und Anhang I, geändert durch Richtlinie (EU) 2019/2161: EUR-Lex
- Digital Markets, Competition and Consumers Act 2024, Schedule 20: legislation.gov.uk
- Schema.org: Hotel und Restaurant