Kurz gesagt
- Kunden suchen nach Leistung und Ort. Eine Seite je Leistung mit den Orten, in denen Sie arbeiten, ist die wichtigste Grundlage.
- Betriebe ohne Kundenverkehr am Firmensitz führen im Google-Unternehmensprofil ein Einzugsgebiet statt einer sichtbaren Adresse.
- Referenzen mit Ort, Aufgabe und Ergebnis überzeugen Kunden und liefern KI‑Systemen konkrete Belege.
- Titel, Mitgliedschaften und Zertifikate nur nennen, wenn sie zutreffen. Das schützt vor Abmahnungen und schafft Vertrauen.
Wie Kunden Handwerker heute suchen
Gesucht wird fast immer mit Ort und konkretem Anliegen: „Heizungsbauer Wärmepumpe Altbau Wels“, „Elektriker Notdienst Graz Sonntag“, „Badsanierung barrierefrei Linz Kosten“. Im Chat klingt das so: „Welcher Installateur in der Nähe von St. Pölten baut Wärmepumpen in alte Häuser ein und hat gute Bewertungen?“.
KI‑Systeme und Google beantworten das mit wenigen Namen. Herangezogen werden Websites, die Leistung und Ort klar verbinden, das Google-Unternehmensprofil mit Bewertungen, Verzeichnisse von Innungen und Kammern, Vergleichs- und Vermittlungsportale sowie lokale Medien. Gerade im Handwerk ist die Konkurrenz um diese Plätze oft überschaubar, weil viele Betriebe ihre Website seit Jahren nicht angefasst haben.
Die Grundlagen: Leistung und Ort verbinden
- Eine Seite je Leistung: Wärmepumpe, Badsanierung, Photovoltaik, Elektroinstallation. Jede Seite sagt im ersten Absatz, was Sie machen, für wen und in welchen Orten.
- Einzugsgebiet im Text: Nennen Sie die Orte und Bezirke, in denen Sie regelmäßig arbeiten. Keine Liste mit hundert Orten, sondern die, die stimmen.
- Typische Fragen beantworten: Was kostet das ungefähr, wie lange dauert es, welche Förderungen gibt es, was muss der Kunde vorbereiten? Konkrete Antworten werden gern zitiert.
- Referenzen zeigen: Ein Projekt pro Abschnitt mit Ort, Ausgangslage, Lösung und Fotos. Nennen Sie Kunden nur mit deren Einverständnis.
- Strukturdaten ergänzen: Mit Schema.org-Typen wie Plumber, Electrician, RoofingContractor oder HomeAndConstructionBusiness werden Name, Einzugsgebiet und Leistungen maschinenlesbar.
Google-Unternehmensprofil für Handwerksbetriebe
Viele Handwerksbetriebe haben keinen Kundenverkehr am Firmensitz. Google behandelt sie als Betriebe mit Einzugsgebiet: Die Adresse wird aus dem Profil entfernt, stattdessen geben Sie bis zu 20 Gebiete an, etwa Städte oder Postleitzahlen. Das gesamte Gebiet sollte laut Google nicht mehr als etwa zwei Stunden Fahrzeit vom Firmensitz entfernt sein. Wer einen Schauraum oder ein Geschäft mit Öffnungszeiten hat, behält die Adresse und ergänzt das Einzugsgebiet.
Wichtig sind außerdem die richtige Hauptkategorie, vollständige Leistungen, aktuelle Fotos von echten Baustellen und Antworten auf jede Bewertung. Mehr dazu in unserer Checkliste zum Unternehmensprofil.
Bewertungen und Vertrauen
Bewertungen sind im Handwerk oft der Grund, warum ein Kunde anruft. So bekommen Sie mehr davon, ohne Regeln zu brechen:
- Direkt nach der Abnahme fragen: Der beste Moment ist, wenn der Kunde zufrieden ist. Ein Kurzlink oder QR‑Code auf der Rechnung hilft.
- Keine Gegenleistung: Google verbietet Rabatte oder Geschenke für Bewertungen, und gekaufte Bewertungen sind in der EU verboten.
- Auf jede Bewertung antworten: Kurz, freundlich, bei Kritik sachlich mit Lösungsangebot.
- Nicht nur auf einer Plattform: Bewertungen im Google-Profil und auf einem in Ihrer Branche üblichen Portal ergänzen sich.
Nennen Sie Qualifikationen, Meistertitel, Innungsmitgliedschaften, Zertifizierungen und Herstellerschulungen nur, wenn sie zutreffen und aktuell sind. Geschützte Titel und Zeichen ohne Berechtigung sind irreführend und können abgemahnt werden.
Häufige Fehler auf Handwerker-Websites
- Nur „Ihr Partner für alles rund ums Haus“: Allgemeine Sätze passen zu keiner konkreten Frage.
- Leistungen nur als Bilder: Text in Grafiken oder Flyern als PDF können Suchmaschinen und KI‑Systeme schlecht lesen.
- Kein Ort im Text: Steht der Standort nur im Impressum, fehlt die Verbindung zwischen Leistung und Region.
- Nicht erreichbar: Telefonnummer schwer zu finden, kein Formular, keine Angabe, wann Sie zurückrufen.
- Alte Fotos aus der Bilddatenbank: Echte Bilder Ihrer Baustellen und Ihres Teams wirken glaubwürdiger und zeigen, was Sie wirklich können.
KI im Handwerk: mehr als Sichtbarkeit
Mehr Anfragen sind nur gut, wenn sie bearbeitet werden. Viele Betriebe setzen KI deshalb auch im Büro ein: Anfragen aus E‑Mail und Formular vorsortieren, Rückfragen zu fehlenden Angaben automatisch stellen, Angebote aus Aufmaß und Artikelstamm vorbereiten, Bautagesberichte aus Fotos und Sprachnotizen schreiben. Wie das bei Angeboten aussieht, zeigt unser Beitrag Angebote mit KI erstellen. Weitere Abläufe beschreibt die Seite zur KI‑Automatisierung.
Quellen
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: Einzugsgebiet verwalten
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: Richtlinien für die Darstellung Ihres Unternehmens
- Google: Richtlinien zu verbotenen und eingeschränkten Inhalten bei Maps
- Schema.org: HomeAndConstructionBusiness
- Google Search Central: Spam policies for Google web search