Kurz gesagt
- KI kann Texte aus Ihren Unterlagen entwerfen, Produktdaten für Shop und Katalog aufbereiten und Themen für den Redaktionsplan ordnen.
- Bei Newslettern und Kampagnenberichten bereitet sie Inhalte und Daten vor. Versand, Bewertung und Veröffentlichung bleiben bei den zuständigen Personen.
- Verlässliche Ergebnisse brauchen gepflegte Produktdaten, schriftliche Vorgaben zur Tonalität und nachvollziehbare Quellen für Aussagen.
- Sichtbarkeit in KI‑Antworten ist ein eigenes Thema. Dafür gibt es einen Check zur KI‑Sichtbarkeit und Informationen zu unserer GEO-Leistung. Eine Nennung lässt sich nicht garantieren.
Aufgaben im Marketing
Die folgenden sechs Abläufe sind typische Abläufe, keine Kundenprojekte. Sie zeigen, welche Vorarbeit KI übernehmen kann und wo ein Mensch entscheidet. Ausgangspunkt sind jeweils Ihre eigenen Daten und Vorgaben, nicht frei erfundene Aussagen.
1. Texte aus Ihren Unterlagen entwerfen
Produktblätter, Leistungsbeschreibungen und freigegebene Aussagen liegen oft in verschiedenen Dateien. Für eine Website oder einen Beitrag müssen sie erst zusammengeführt werden.
- Eingang: freigegebene Produktunterlagen, bestehende Texte, Markenrichtlinie und ein konkreter Auftrag für den neuen Inhalt.
- KI bereitet vor: sucht die passenden Angaben, erstellt eine Gliederung und formuliert einen Entwurf. Zu überprüfbaren Aussagen nennt sie die Fundstelle in den bereitgestellten Unterlagen.
- Marketing prüft und gibt frei: Fakten, Tonalität, Zielgruppe, Nutzungsrechte und jede Aussage ohne eindeutige Quelle. Fehlt eine Angabe, wird sie ergänzt oder gestrichen.
- Ausgang: ein freigegebener Text für den vorgesehenen Kanal und eine nachvollziehbare Liste der verwendeten Quellen.
Ein Entwurf ist noch keine veröffentlichungsreife Fassung. Gerade bei Leistungsversprechen und Produktmerkmalen muss die aktuelle interne Quelle maßgeblich bleiben.
2. Produktdaten für Shop und Katalog pflegen
Dasselbe Produkt braucht häufig unterschiedliche Textlängen und Felder. Dabei sollen technische Angaben über alle Kanäle hinweg übereinstimmen.
- Eingang: Produktdatenbank, freigegebene Merkmale, bestehende Katalogtexte und die benötigten Felder in Shop oder CMS.
- KI bereitet vor: überträgt Merkmale in die vorgesehenen Textfelder, schlägt kurze und längere Fassungen vor und markiert widersprüchliche oder fehlende Angaben.
- Produktmanagement prüft und gibt frei: technische Eigenschaften, Varianten, Bezeichnungen und Änderungen an der maßgeblichen Produktquelle. Das Marketing prüft die Formulierungen.
- Ausgang: geprüfte Datensätze und Textfassungen zur Übernahme in Shop und Katalog.
Wichtig ist die Richtung des Datenflusses: Der Entwurf darf keine ungesicherte Eigenschaft zur neuen Produktwahrheit machen. Unklare Angaben gehen zurück an die zuständige Fachabteilung.
3. Kampagnenberichte erstellen
Zahlen aus mehreren Kanälen müssen für einen Bericht zusammengetragen und erklärt werden. KI kann die Vorbereitung strukturieren, ohne die Bewertung vorwegzunehmen.
- Eingang: freigegebene Exporte oder angebundene Daten aus Kampagnen, Website-Analyse und den vereinbarten Berichtszeiträumen.
- KI bereitet vor: ordnet Kennzahlen den Kampagnen zu, erstellt Tabellen und formuliert einen Berichtsentwurf. Fehlende Werte und auffällige Abweichungen werden sichtbar gemacht.
- Marketing prüft: Datenbasis, Zuordnung, Rechenwege und die Einordnung der Ergebnisse. Es entscheidet, welche Folgerungen der Bericht tatsächlich trägt.
- Ausgang: ein nachvollziehbarer Kampagnenbericht mit Verweisen auf die zugrunde liegenden Daten.
Ein Bericht sollte Beobachtung und Interpretation trennen. Steigen etwa Anfragen, ist damit noch nicht geklärt, welche Maßnahme dafür verantwortlich war.
4. Anfragen aus Kampagnen zuordnen
Anfragen kommen über Formulare und andere Kanäle herein. Für die weitere Bearbeitung müssen Herkunft und Anliegen erkennbar sein.
- Eingang: eine neue Anfrage, vorhandene Kampagnenkennzeichen und die vereinbarten Felder im CRM.
- KI bereitet vor: fasst das Anliegen zusammen, schlägt eine passende Zuordnung vor und markiert fehlende Angaben oder Fälle mit unklarer Herkunft.
- Vertrieb prüft: die Zuordnung und übernimmt die fachliche Bearbeitung. Das Marketing prüft bei Bedarf, ob Kampagnenkennzeichen richtig erfasst wurden.
- Ausgang: eine geordnete Anfrage im CRM mit nachvollziehbarer Herkunft und offenem Klärungsbedarf.
Damit bleibt die Grenze zwischen Marketing und Vertrieb klar. Die KI bereitet die Übergabe vor. Eine Anfrage wird nicht allein aufgrund einer KI‑Vermutung als qualifiziert bewertet.
5. Newsletter vorbereiten
Für Newsletter werden Themen, Produktinformationen und Links gesammelt. Die eigentliche Freigabe für Inhalt und Versand braucht einen eigenen Schritt.
- Eingang: freigegebene Themen, aktuelle Produktinformationen, Zielgruppe, bestehende Textvorlagen und die vorgesehenen Links.
- KI bereitet vor: erstellt einen Entwurf für Betreff, Einstieg und Textabschnitte. Sie prüft gegen die bereitgestellten Unterlagen, ob Aussagen und Links im Entwurf belegt sind.
- Marketing prüft und gibt frei: Inhalt, Tonalität, Empfängerkreis und Versand. Unklare Aussagen oder nicht mehr aktuelle Angebote werden entfernt.
- Ausgang: ein freigegebener Newsletter-Entwurf für das verwendete Werkzeug.
Der Entwurf kann die redaktionelle Arbeit verkürzen. Er entscheidet aber weder über die Empfänger noch darüber, ob eine Nachricht versendet werden darf.
6. Redaktionsplan vorbereiten
Ein Redaktionsplan verbindet Themen, zuständige Personen, Quellen und Kanäle. KI kann Vorschläge ordnen, wenn diese Grundlagen vorliegen.
- Eingang: Themenliste, häufige Kundenfragen, vorhandene Inhalte, geplante Veröffentlichungen und Vorgaben für die Kanäle.
- KI bereitet vor: gruppiert Themen, erkennt Überschneidungen und schlägt eine Reihenfolge sowie passende Formate vor. Für jeden Vorschlag nennt sie vorhandene Quellen und offene Fragen.
- Marketing prüft und gibt frei: Prioritäten, Zuständigkeiten und Veröffentlichung. Themen ohne ausreichende fachliche Grundlage werden zurückgestellt.
- Ausgang: ein bearbeitbarer Redaktionsplan mit Themen, Quellen, offenen Punkten und verantwortlichen Personen.
Der Plan ist eine Arbeitsgrundlage. Er ersetzt nicht die Entscheidung, welche Themen für Ihre Kunden und Ihr Unternehmen relevant sind.
Programme und Kanäle
Die Abläufe beginnen nicht mit einem neuen Programm, sondern mit den Systemen, in denen Ihre Informationen bereits liegen. Je nach Aufgabe werden Daten gelesen, Entwürfe zurückgegeben oder freigegebene Inhalte übernommen. Welche Verbindung sinnvoll ist, hängt von Ihren vorhandenen Schnittstellen und Berechtigungen ab.
| Programm oder Kanal | Möglicher Austausch im Ablauf |
|---|---|
| --- | --- |
| CMS und Shop | Freigegebene Inhalte und Produkttexte übernehmen; bestehende Seiten und Felder als Kontext bereitstellen. |
| Newsletter-Werkzeug | Entwürfe und freigegebene Textbausteine für die weitere Bearbeitung bereitstellen. |
| CRM | Kampagnenkennzeichen und Anfragen zuordnen; offene Zuordnungen zur Prüfung vorlegen. |
| Website- und Suchanalyse | Ausgewählte Kennzahlen für Berichte übernehmen und ihre Herkunft festhalten. |
| Produktdatenbank | Geprüfte Merkmale als Grundlage nutzen und Widersprüche zur Klärung melden. |
| Social-Planer | Freigegebene Beiträge und geplante Termine aus dem Redaktionsplan übernehmen. |
Zur Website- und Suchanalyse können etwa Google Analytics und Search Console gehören. Das sind Beispiele, keine Voraussetzung oder Aussage über eine Anbindung in Ihrem Unternehmen. Stand Oktober 2026. Prüfen Sie Angaben zu Funktionen und Verfügbarkeit beim jeweiligen Hersteller.
Wir klären zuerst, welche Daten ein Ablauf benötigt und wer darauf zugreifen darf. Danach wird festgelegt, an welcher Stelle ein Entwurf endet und eine Freigabe beginnt. Für wiederkehrende Übergaben kommt KI‑Automatisierung infrage. Wenn mehrere Schritte mit Quellenprüfung und Rückfragen verbunden sind, kann ein KI‑Agent unterstützen. Die verwendeten Programme bleiben dabei Ausgangspunkt der Planung.
Freigaben und Marke
Ein Text kann sprachlich stimmig und inhaltlich falsch sein. Deshalb erhält jede Veröffentlichung eine zuständige Person. Sie prüft Aussagen, Quellen, Tonalität, Bilder, Links und den vorgesehenen Kanal. Erst danach wird ein Inhalt veröffentlicht oder versendet. Die Freigabe wird im Ablauf erkennbar festgehalten.
Tonalität lässt sich als schriftliche Vorgabe beschreiben: Anrede, bevorzugte Begriffe, Schreibweisen und Formulierungen, die Sie vermeiden möchten. Beispiele aus bereits freigegebenen Texten helfen bei der Vorbereitung. Sie sind jedoch keine Freigabe für neue Tatsachenbehauptungen. Wenn Produktinformationen geändert werden, müssen die zugrunde liegenden Daten geprüft werden, bevor neue Texte daraus entstehen.
Auch die Nutzung von Bildern und Textmaterial braucht eine Prüfung. Das Team klärt, welche Materialien verwendet werden dürfen und ob der Entwurf fremde Inhalte enthält, die nicht übernommen werden sollen. Für die rechtliche Beurteilung sind die zuständigen Fachleute einzubeziehen.
Art. 50 der KI‑Verordnung enthält Transparenz- und Kennzeichnungspflichten für bestimmte KI‑generierte oder manipulierte Inhalte. Ob eine konkrete Veröffentlichung darunter fällt und welche Pflichten gelten, muss anhand des Inhalts und der Verwendung geprüft werden. Ein pauschaler Hinweis auf jeden KI‑Entwurf beantwortet diese Frage nicht. Stand Oktober 2026. Prüfen Sie die geltenden Angaben in der amtlichen Quelle und lassen Sie den konkreten Fall fachlich und rechtlich gegenlesen. Das ist keine Rechtsberatung.
Daten: Produkte, Tonalität, Quellen
Die Qualität der Vorbereitung hängt von den zugelassenen Quellen ab. Für Produkttexte ist das die gepflegte Produktinformation, nicht ein alter Werbetext. Für Unternehmensangaben können freigegebene Beschreibungen und aktuelle interne Unterlagen maßgeblich sein. Für die Sprache ist eine schriftliche Markenrichtlinie hilfreich. Wir legen mit Ihnen fest, welche Quelle bei Widersprüchen Vorrang hat.
Jede überprüfbare Aussage sollte auf eine Fundstelle zurückführen. Das kann ein Feld in der Produktdatenbank, ein freigegebenes Dokument oder eine benannte interne Seite sein. Fehlt die Fundstelle, soll der Entwurf die Lücke zeigen statt sie mit einer plausiblen Formulierung zu füllen. Das erleichtert die Prüfung und macht spätere Änderungen nachvollziehbar.
Nicht alle internen Informationen gehören in einen Marketingtext. Vor der Anbindung werden Datenbereiche und Zugriffsrechte festgelegt. Vertrauliche Kalkulationen oder unveröffentlichte Vorhaben können ausgeschlossen werden. Welche Regeln für einen konkreten KI‑Einsatz nötig sind, behandeln wir auch unter KI und Datenschutz. Die Freigabe entscheidet am Ende nicht nur über den Stil, sondern auch darüber, welche Information das Unternehmen nach außen gibt.
Sichtbarkeit in ChatGPT und Google
Menschen informieren sich über Unternehmen in der Suche und über KI‑Assistenten. Solche Systeme können öffentlich zugängliche Seiten und weitere verfügbare Informationen für Antworten heranziehen. Für Ihr Marketing ist deshalb wichtig, ob Leistungen, Produkte und Unternehmensangaben auf der eigenen Website klar, aktuell und auffindbar beschrieben sind.
Diese Seite behandelt die internen Marketingabläufe. Wenn Sie wissen möchten, welche Informationen über Ihr Unternehmen in KI‑Antworten auftauchen, nutzen Sie den Check zur KI‑Sichtbarkeit. Wie wir an Struktur und Verständlichkeit der öffentlichen Inhalte arbeiten, beschreibt unsere Seite zur GEO-Leistung. Die beiden Themen hängen zusammen: Geprüfte interne Quellen helfen, auch öffentliche Angaben konsistent zu halten. Ob und wie ein KI‑Assistent Ihr Unternehmen nennt, lässt sich nicht garantieren.
Wo Sie anfangen
Beginnen Sie mit einer einfachen Bestandsaufnahme: Welche Texte oder Berichte entstehen jeden Monat nach einem ähnlichen Muster? Wo werden dafür Informationen gesucht oder aus einem Programm in ein anderes übertragen? Und an welcher Stelle wartet der Ablauf auf eine fachliche Entscheidung? Eine Aufgabe mit klaren Quellen und einer benannten Freigabe lässt sich besser eingrenzen als der allgemeine Wunsch, Marketing mit KI zu betreiben.
Für ein erstes Gespräch reichen ein Beispiel für den bisherigen Ablauf, die beteiligten Programme und die Rollen der prüfenden Personen. Sensible Unterlagen müssen Sie dafür nicht übermitteln. Wir besprechen, welche Daten später benötigt würden und welche ausgeschlossen bleiben sollen. Wenn Sie Ihre Ausgangslage schildern möchten, verwenden Sie das Kontaktformular.
Quellen
- EUR-Lex, Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 50, Stand Oktober 2026, https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1689/oj